Bei Machandel ist im August 2023 der zweite Band der F.E.U.-Serie (Fey Emergency Unit) erschienen. Im Mittelpunkt steht Coralee, die immer, wenn es in der magischen Welt drunter und drüber geht, auf ihrer pinkfarbenen Harley zum Einsatz brettert. Nicht etwa aus Gutherzigkeit - nein, sie wurde dazu verflucht, Gutes tun zu müssen. Aber Coralee wäre keine Fee, wenn er ihr nicht gelänge, trotzdem noch ein paar kleine Gemeinheiten in die Welt zu schmuggeln. Diesmal muß sich Coralee um ein privates Problem ihres Chefs kümmern. Die Serie ist Oktober 2025 mit Band 12 abgechlossen worden. Mit Ausnahme des ersten und letzten Bandes enthalten dabei alle Bände in sich abgeschlossene Geschichten, können also unabhängig voneinander gelesen werden.
Feen sind freier als der Wind. Der wird immerhin noch durch Wände aufgehalten, eine Fee nicht. Freiheit ist die Feennorm.
Für Coralee ist der aktuelle Notruf daher so unverständlich wie ein Funksignal vom Mars.
Eine entlaufene Mumie wieder einfangen und in ihren Sarkophag verfrachten?
Warum, bitteschön, hatte die sich überhaupt darin einsperren lassen?
Mal abgesehen davon, daß Coralee bislang gedacht hat, Mumien seien tot. Aber da muß sie sich wohl geirrt haben.
Diese spezielle Mumie zeigt jedenfalls höchst lebendige Neigungen ...
Außerdem gibt es in unregelmäßigen Abständen Kurzgeschichten im Newsletter der Autorin, die möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt als Sammelband in Buchform erscheinen werden.
Machandel Paperback ca. 100 Seiten ISBN
978-3-95959-393-9 Preis: 6,90 € (D) 7,10 € (A) ~ 12,00 SFr (CH)
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Unsere Meinung:
Wer bereits den ersten Band gelesen hat, weiß schon, daß die Elfe Coralee bei der F.E.U. (so etwas wie eine Notfalltruppe für übernatürliche Probleme) gezwungenermaßen Gutes tun und mehr oder weniger komplizierte aber für die Leser unterhaltsame Fälle aufklären muß. In ihrem zweiten Fall geht es für Coralee und ihr (auf sie selbst und Essylt zusammengeschmolzenes) Team nach Ägypten um eine verschwundene Mumie zu finden. Und soviel können wir schon einmal verraten, es wird ein wüster und wahrhaft göttlicher Fall. Während sich Coralee zuerst auf heißen Wüstensand und feurige Pharaonen freut, ist Essylt von Einsatz weniger begeistert, schließlich ist der Wüstensand verdreckt und sind die Pharaonen ausgestorben. Allerdings kann ihre mangelnde Begeisterung auch am Stoffwechsel der Irrwische liegen, der auf heiße Temperaturen nicht gut zu sprechen ist. Auch Coralees Begeisterung läßt etwas nach, als sie erfährt, daß die notorische Sparsamkeit (sie drückt es etwas drastischer aus und das nicht nur einmal in diesem Buch) der F.E.U. dazu führt, daß sie a)auf den Troll und ihren Spielgefährten Ryan sowie b)auf ihre geliebte Harley verzichten muß. Als sie dann noch erfährt, daß ihre Unterstützung vor Ort aus einem Dschinn besteht, ist ihre Begeisterung endgültig in die Minuswerte abgesunken. In Ägypten angekommen stellt sie dann fest, daß die Sparsamkeit der F.E.U. noch viel weiter geht, denn der auf sie wartende Wagen besteht vor allem aus Rost, der nur noch von Aufklebern zusammengehalten wird, mit einem Chauffeur in nicht in weniger desolatem Zustand - sowohl körperlich als auch geistig. Damit kann aber schon das für die Lesenden ausgesprochen unterhaltsame Abenteuer beginnen, bei dem hinter jeder Sanddüne eine neue Katastrophe auf Coralee und Co. wartet (an denen sie wie üblich dank ihres sonnigen bedachten Wesen völlig unschuldig ist). Bei der Suche nach der Mumie zeigt sich zunächst, daß Essylt nicht ganz richtig lag, denn noch sind nicht alle Pharaonen tot und einer von ihnen sogar ziemlich unternehmungslustig. Da sie auf Ryan verzichten müssen, schnappt sich Coralee mal eben einen Gott als Hilfskraft (denn der hat diese Nase ...) und lernt, daß moderne Smartdschinns nicht mehr mit Öllampen gerufen werden. Im Laufe der diversen Suchen (es gehen immer mal wieder Mumien, Götter und Pyramidenspitzen verloren) trifft Coralee auf weitere Götter und nachdem sie beinahe Schachtma‘at gesetzt wird, hat sie zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, in etwas verwickelt zu sein, das eine Nummer zu groß für sie ist. Und wie Coralee-Experten ja wissen dürften, liebt Coralee vor allem zwei Dinge: anderen einen Streich zu spielen und einen sexy Mann für die Nacht. Und daß es für Coralee ausgerechnet auf diesen beiden Feldern diesmal gründlich anders abläuft, macht diese Geschichte noch erheblich unterhaltsamer für die Lesenden. Sagen wir es mal so: Coralee erlebt am Ende dieser ohnehin schon wüsten Geschichte noch ihr blaues Wunder. Erzählt wird diese Geschichte wieder in der Ich-Form von Coralee - in ihrer eigenwilligen Art, vielleicht ein winzig kleines bißchen von sich selbst eingenommen und möglicherweise manchmal ein klein wenig in ihrem Sinne verbogen (aber das wird den Lesenden natürlich nicht auffallen, oder?). Am Anfang des Buches (kurz hinter dem wieder zum Inhalt passenden und witzigen Titelbild) gibt es die übliche kurze Charakterisierung und die ganzseitige schwarzweiße Zeichnung von Coralee auf ihrer geliebten Harley Knucklehead. Ein wenig gefehlt haben uns auch diesmal Charakterisierungen und Hintergrundinformationen zu den anderen Mitgliedern des Coralee-Teams. Am Ende des Buches folgen dann noch kurze allgemeine Informationen zu Coralee und der F.E.U. sowie eine mehrseitige Leseprobe des nächsten Bandes (Coralee und der seelenfressende Fußball). Auch das Inhaltsverzeichnis ist statt am Anfang ganz am Ende des Buches zu finden. Auch wenn es nicht nötig ist, den ersten Band gelesen zu haben, ist es doch hilfreich, um einige Hintergründe und Personen besser zu verstehen. (Außerdem macht es Spaß, ihn zu lesen.) Insgesamt war dieser zweite Fall für uns ausgesprochen unterhaltsam (besonders da Coralee diesmal am empfangenden Ende sitzt), nicht zuletzt dank einiger eigenwilliger Nebenfiguren (auch wenn das übliche Team wie der Troll und Coralees Spielgefährte Ryan nur ganz kurz am Anfang dabei waren). Dieser Band war für uns auf jeden Fall ein Tip und wir sind schon gespannt, was sich die Autorin für ihre Heldin im nächsten Band einfallen läßt.
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