Bei Machandel ist im Oktober 2024 die Neuausgabe des ersten Bandes der Sauerland-Team-Reihe von Martina Schäfer erschienen. (Originalausgabe 03/1999 unter dem Pseudonym M. Samasow). In den Krimis des Sauerland-Teams bekommt die Polizei ungewöhnliche Unterstützung: Eine Wen-Do-Trainerin und ihre Geliebte, eine Polizei-Fotografin, arbeiten aktiv mit an den Ermittlungen.
Es sollte ein einfacher Selbstverteidigungs-Kurs für Frauen sein. Schön abgelegen, in einem Gewerkschaftshaus, das an diesem Wochenende für alle Männer gesperrt ist. Da sind nur ein paar Kleinigkeiten, mit denen Wen-Do-Trainerin Jana Müller nicht gerechnet hat.
Zum Beispiel, daß sie kurz nach der Ankunft überfallen wird.
Daß am nächsten Morgen in der Küche ein Toter liegt.
Dass mehrere Polizisten während ihrer Ermittlungen die Frauenidylle besetzen.
Und daß sie dort die Liebe ihres Lebens in Form der Polizeifotografin Rosi trifft.
Eine Frau, die durch sie in Lebensgefahr und damit in Teufels Küche kommt ...
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Unsere Meinung:
Dies ist der erste Band der dreiteiligen Krimireihe um das Sauerlandteam und die Leser werden ohne weitere Vorrede in die Handlung geworfen. Erzählt wird in der Ich-Form aus der recht persönlichen Sicht der Wen-Do-Trainerin Jana Müller, beginnend mit ihrem Eintreffen an ihrem neuen Arbeitsplatz, an dem sie einen Selbstverteidgungskurs für Frauen geben soll. Schon bei der recht späten Ankunft in ihrem Zimmer ist sie gezwungen, ihre Fähigkeiten einzusetzen, denn sie wird von einem Unbekannten erwartet, der auf jede Höflichkeiten und Konversation verzichtet und sie direkt angreift. Aber da hat er die Rechnung ohne Jana Müller gemacht und findet sich wenig später gut verschnürt an der Rezeption wieder. Als er am anderen Morgen wiedergefunden wird, ist er immer noch gut verschnürt, aber mausetot. Dies könnte der Einstieg zu einem spannenden Krimi werden und im zweiten Teil wird er das auch, aber der Anfang hält sich für uns viel zu sehr damit auf, daß die Erzählerin sich zum einen als ziemlich mürrische Person darstellt, die an fast allem und allen etwas zu nörgeln hat, zum anderen könnten große Teile der Kapitel dem Tagebuch, Seminarvortrag oder der Werbebroschüre einer Wen-Do-Trainerin entnommen sein. Erst als der zweite Mord geschieht und die Erzählerin mitten drin steckt, erwachen Zweifel in ihr, ob alles wirklich so ist, wie es scheint und es kommt zu diversen unerwarteten Wendungen. Von da an wird es ein durchaus spannender und auch unterhaltender Krimi, bei dem auch der Humor, der Markenzeichen der späteren Romane der Autorin ist, ansatzweise auftritt. Teilweise hatten wir den Eindruck, die Autorin konnte sich nicht zwischen einem wissenschaftliher Werk und einem Kriminalroman entscheiden. Es war eben ihr erster Kriminalroman (das Original ist bereits 1999 erschienen) und aller Anfang ist bekanntlich schwer und man und frau muß sich halt auch erstmal ein- und freischreiben.
Da dies der erste Band der Reihe um das Sauerlandteam ist, treffen, eingebunden in die Jagd nach dem Mörder und seinem oder ihrem Motiv, hier erwartungsgemäß auch die drei Menschen zusammen, und werden den Lesern vorgestellt, die später den Kern des Teams bilden werden. Aber erst mal müssen sich die drei zusamenraufen, was teilweise sehr gut gelingt, teilweise erheblich verbesserungswürdig bleibt. Am Anfang es Buches gibt es eine kurze Übersicht der handelnden Personen und am Ende noch eine kurze Selbstdarstellung der Autorin.
Insgesamt war das für uns nach einem eher holprigen Einstieg ein meist spannender und unterhaltsamer Kriminalroman mit einigen unerwarteten Wendungen, allerdings auch viel Privatleben und Gemosere der Erzählerin. Außerdem werden die belehrenden Feminismuspositionen hier allerdings deutlich platter, ausgewalzter und weniger subtil von der Erzählerin vertreten, als in späteren Büchern. Außerdem widerspricht das Ende des Buches unserem Gerechtigkeitsempfinden und gibt kein gutes Beispiel für das Verhalten in einer demokratischen Gesellschaft. Durchaus lesenswert, aber für einen Tip hat es uns diesmal leider bei Weitem nicht gereicht.
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