In Poes berühmter Kurzgeschichte verschwimmen Wahnsinn und Realität: Der Ich-Erzähler fühlt sich vom abnormal aussehenden Auge seines älteren Hausgenossen so sehr gestört, daß er anfängt, ihn zu hassen.
Die Leser will er glauben machen, er handle völlig rational, wenn er den alten Mann umbringen müsse und verfolgt beharrlich seinen Plan.
Außerdem enthält dieses Minibuch die Erzählung Ligeia, in der es um die Reinkarnation einer geliebten Frau geht.
Dieses Buch enthält die folgenden beiden Erzählungen:
Das verräterische Herz (The Tell-Tale Heart, 1843)
Ligeia (Ligeia, 1838)
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Gisela Etzel Mit einem Nachwort von Andrea Hahn Mit Informationen zu den Originalausgaben am Ende des Buches Mit Worterklärungen am Ende des Buches
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Neuausgabe
Mini-Taschenbuch
Das Buch ist Band 14.915 in Reclams Universal-Bibliothek. So sah 2009 ein Wandregal mit allen Bänden der Universalbibliothek des Reclam-Verlags aus:
Reclam Mini-Taschenbuch ca. 70 Seiten Format ca. 15x10cm ISBN 978-3-15-014915-7 Preis: 6,00 € (D) – 6,20 € (A) ~12,00 SFr. (CH)
Dieses Buch enthält zum einen die bekanntere Geschichte vom verräterischen Herzen, zum anderen die (zumindest uns) weniger bekannte aber deutlich längere Erzählung Ligeia (die aber laut Nachwort zu den bekanntesten Poe-Geschichten gehören soll). Beide werden in der Ich-Form von Menschen erzählt, deren Realitätssinn zumindest angezweifet werden kann.
In der ersten Geschichte stellt der Erzähler gleich am Anfang die Frage "Warum aber müßt ihr durchaus behaupten, daß ich wahnsinnig sei?" - was er auf den folgenden Seiten vehement abstreitet und sich im Gegenteil als von wachsamem Verstand und mit einem wunderbar fein entwickelten Gehörsinn darstellt. Und nicht zuletzt verweist die Leser direkt darauf hin, wie sachlich, wie ruhig er die ganze Geschichte erzählen kann. Ob und wie weit die Leser dem glauben wollen, bleibt auch nach Ede der Geschichte jedem und jeder selbst überlassen.
Der Erzähler der zweiten Geschichte dagegen läßt selbst im Laufe der Ereignisse durchblicken, daß er sich häufiger dem Opium-Rausch hingibt und das eine oder andere durchaus eine Vorspiegelung seiner lebhaften Einbildungskraft gewesen sein mochte, die durch das Opium krankhaft erregt sein mußte.
Am Ende des Buches folgen wie immer bei Reclam die Angaben zu dieser Ausgabe (wobei uns die Originaltitel der beiden Geschichten und Angaben zur zugrundeliegenden amerikanischen Originalausgabe fehlen), ein Glossar mit recht ausführlichen Erklärungen zu in den Geschichten verwendeten Begriffen, Ausdrücken und Personen sowie ein Nachwort zum Autor und den beiden Geschichten von Andrea Hahn. Leider erfahren die Leser mal wieder nicht, wer diese Andrea Hahn ist und warum gerade sie ein Nachwort zu diesem Buch schreibt.
Insgesamt sind beide Geschichten sicherlich lesenswert, wobei uns die erste deutlich besser gefallen hat, wogegen uns die zweite Geschichte doch zu sehr (besonders mit sich wiederholenden Lobeshymnen auf die Angebetete des Erzählers) ausgewalzt erschien.
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