Bei Morio erscheint im Juli die Paperback-Neuausgabe der Romanbiographie von Christa Eschmann über das außergewöhnliche Leben der Bardua-Schwestern in der Welt der Weimarer Klassik. Die Originalausausgabe erschien im Januar 2001 als gebundenes Buch bei mdv und ist nur noch aus zweiter Hand erhältlich.
In dieser Romanbiographie erzählt Christa Eschmann die laut Verlag faszinierende Lebensgeschichte der Schwestern Caroline und Wilhelmine Bardua – zweier außergewöhnlicher Frauen in einer Zeit, in der künstlerische Selbständigkeit für Frauen kaum vorgesehen war.
Die Porträtmalerin Caroline und die musikalisch begabte Wilhelmine bewegen sich in den kulturellen Kreisen ihrer Epoche und begegnen Persönlichkeiten wie Goethe, Wieland, Johanna Schopenhauer und Caspar David Friedrich.
Vor dem Hintergrund der napoleonischen Kriege und der politischen Umbrüche bis zum Vormärz entsteht im Laufe des Buches das Doppelporträt zweier unkonventioneller Künstlerinnen mit dem Mut, ihren eigenen Weg zu gehen ...
Mit einem Figurenverzeichnis im Anhang Mit einer chronologischen Auflistung im Anhang Mit einer Literaturauswahl im Anhang Mit Informationen zur Autorin im Anhang Mit einem Nachwort der Autorin zur Neuauflage im Anhang Die (vergriffene) Erstausgabe ist im Januar 2001 als gebundenes Buch beim Mitteldeutschen Verlag (mdv) erschienen.
Überarbeitete Neuausgabe
Broschiertes Buch / Paperback
Morio Paperback Format ca. 13x21cm ca. 270 Seiten ISBN 978-3-949749-40-7
Preis: 24,00 € (D) - 24,70 € (A) ~ 37,00 SFr (CH)
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Unsere Meinung:
Im Gegensatz zu den leblosen Kartonschablonen in vielen Biographie-Büchern oder Lexikon-Einträgen läßt Christa Eschmann die beiden Künstlerinnen, ihre Mitmenschen, ihre Welt, Zeit und Gesellschaft in diesem Buch lebendig werden. Bevor die eigentliche Geschichte der Bardua-Schwestern im dritten Teil des Buches beginnt, bereiten zwei kurze Teile die Leser auf das folgende vor.
Im ersten Teil läßt die Autorin die ältere Schwester unter dem Titel Meine Schwester und Ich (anhand des auf dem Titel des Buches zu sehenden von ihr gemalten Bildes) die jüngere Schwester und das Verhältnis der beiden zueinander zusammenfassen. Im zweiten Teil übernimmt die Autorin unter der Überschrift Präludium in eine Zeitreise und gibt den Lesern eine etwas ausführlichere aber eher wissenschaftliche Darstellung der Familie Bardua und des Lebens der beiden Schwestern.
Im dritten (weitaus umfangreichsten) Teil werden dann die Lebensgeschichten von Caroline und Wilhelmine (Mine) Bardua als Roman aus unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Zeiten erzählt. Zum einen spricht die ältere Schwester Caroline die Leser direkt an, zum anderen erinnert sich die betragte Mine an ihre Jugend oder zitiert ihre Tagebucheinträge und als dritte Variante wird das Leben der Schwestern aus Sicht der außenstehenden Erzählerin beschrieben.
Die Leser erleben dabei in die Handlung eingebunden die Einschränkungen mit, die Frauen in der damaligen Gesellschaft in ihrer freien persönlichen und beruflichen oder gar künstlerischen Entwicklung beschränkten, aber auch wie Caroline sich ihre Freiräume bis zu einem gewissen Punkt erkämpft und wo sie an die Grenzen stößt, an der die Gesellschaft sie am Weiterkommen hinderte. Bis zur Heirat kann sich Frau gerne als Hobby dem Malen widmen, aber danach hat sie sich gefälligst ausschließlich Haus und Herd, Kindern und Küche zu widmen. Und das treulich der Maxime folgend Eva, die aus Adams Rippe kam, ist dem Manne untertan. (Allerdings unterlagen auch Männer, diesen gesellschaftlichen "Konventionen", so daß es sich kein Mann (im wahrsten Sinne des Wortes) leisten konnte, eine berufstätige Ehefrau zu haben - denn das bedeutete automatisch, daß seine Kunden davon ausgingen, daß er nicht selbst die Familie ernähren konnte und damit schlecht in seinem Beruf sein mußte.)
Neben den beruflichen Entwicklungen erleben die Leser auch die romantischen und alltäglichen Leben der beiden Schwestern mit - die Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten (die ebenfalls als "richtige" Menschen auftreten), Intrigen, Kriegsauswirkungen, Reisen und vieles mehr.
Am Ende des Buches folgen dann noch ein Nachwort der Autorin zur Neuausgabe des Buches, eine tabellarische Übersicht der Lebensgeschichten, ein nach historischen und fiktiven Personen getrenntes Figurenverzeichnis, eine Literaturauswahl zum Thema des Buches und eine Kurzbiographie der Autorin.
Insgesamt war dies für uns eine gut zu lesende, absolut lesenswerte, lebendige Lebens- und Gesellschaftsgeschichte und ein Tip.
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