| Juni 2026 |
Autor/Herausgeber/Reihe:
Heide Damaschun:
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Titel: Nicht alles Gold glänzt
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| 16.
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Originaltitel:
Originaltitel |
Erscheinungsland
Original: D |
Erscheinungsjahr Original: 2026 |
Im Mai 1829 trifft Alexander von Humboldt auf Einladung von Zar Nikolai I. in Sankt Petersburg ein, um die ersehnte Rußlandreise anzutreten, die ihn durch die Weiten Sibiriens bis an die chinesische Grenze führen wird.
Forscher, Minenbesitzer, Hüttenwerkseigentümer, Beamte des Zaren und Soldaten begleiten Humboldt während der Expedition bei der Suche nach Gold und Platin.
In der Reisegruppe gibt es einen jungen Russen namens Fotios Iljitsch Schwezow. Über ihn weiß man nichts, abgesehen davon, daß er von schöner Gestalt ist und ein gewähltes Französisch spricht.
Gerüchten zufolge soll er ein Protegé von Finanzminister Kankrin sein und auf dessen Befehl an der Reise teilnehmen. Man fragt sich auch, ob es sich bei dem jungen Mann um einen der schönen und begabten Augensterne Humboldts handelt. Woher sollte der weltbekannte Forschungsreisende jedoch diesen Menschen kennen, der ein Niemand ist, ein Leibeigener der Fabrikeigentümer-Familie Demidow aus Nischni Tagil im Ural?
Heide Damaschun erzählt in diesem Buch vor dem Hintergrund der russischen Industrie- und Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts das spannende Leben des Fotios Iljitsch Schwezow, des aussergewöhnlichen Geologen und Bergbauingenieurs, der heute als der Pionier des industriellen Urals gilt.
Dabei illustrieren kleine Kunstwerke, historische Postkarten aus dem Archiv von Günter Grundmann, die Lebensstationen des Protagonisten. Photographen haben die Orte vor über 100 Jahren abgebildet, an denen Fotios Iljitsch Schwezow gewirkt hat: Berg- und Hüttenwerke ebenso wie Abbautechniken und Aufbereitungsanlagen von Gold, Platin, Eisen und Kupfer ...
Mit teils farbigen historischen Bildtafeln und Photographien
Vom Verlag empfohlen für Leser ab 15 Jahren
Originalausgabe
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Broschiertes Buch / Paperback
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Verlag Akademie der Abenteuer Paperback ca. 280 Seiten ISBN 978-3-98530-175-1 Preis: 28,00 € (D) - 28,80 € (A) ~ 39,00 SFr. (CH)
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Unsere Meinung: Dies ist wieder eins von den Büchern, die einen zwiespältigen Eindruck bei uns hinterlassen. Zum einen ist da Fotios Iljitsch Schwezow, dessen Leben sicher ebenso dramatisch wie spannend war und zum anderen die Gesellschaft, in der er als Leibeigener - sprich Sklave - leben mußte. Beides wäre interessant und spannend zu lesen und das ist es auch teilweise. Die Leser erfahren einiges über die damaligen Verhältnisse in Rußland und wie der Adel und die Firmenbesitzer-Familien mit den unfreien Arbeitern umgegangen sind, mit denen sie machen konnten, was sie wollten.
Vor diesem Hintergrund erleben die Leser Fotios Iljitsch Schwezows Streben nach persönlicher und gesellschaftlicher Freiheit mit, die Entlassung aus der Leibeigenschaft, die ihm immer wieder verwehrt wird. Dazu kommen seine Ausbildung und sein Arbeitsleben und seine Begegnungen mit bekannten und gelehrten Menschen seiner Zeit. Aber auch die Steine, die ihm in den Weg gelegt werden und die Intrigen, die gegen ihn geschmiedet werden.
All das liest sich ausgesprochen interessant. Allerdings haben uns zwei Dinge weniger gut gefallen: Zum einen ist die Lebens-Geschichte des Fotios Iljitsch Schwezow nicht immer der Mittelpunkt dieses Buches und sie wird auch nicht chronologisch erzählt, zum anderen wechselt der Ton immer wieder zwischen nüchtern-kalter Wissenschaftssprache und Szenen, die wir eher in einer Seifenoper erwartet hätten. Abgesehen davon, daß die Zeitlinie heftige Sprünge vor und zurück macht (und wiederholt auf spätere Geschehnisse hingewiesen wird), folgt das Buch immer wieder für längere Strecken dem Leben anderer Personen. In vielen Fällen waren es uns für eine Biographie des Fotios Iljitsch Schwezows auch einfach zu viele Details, die auch sehr gut in den Anhängen hätten platziert werden können. Wir hatten mitunter den Eindruck, daß dieses Buch darunter leidet, daß die Autorin über ein zu umfangreiches Wissen verfügt und oder weitreichende Recherchen für die Buch unternommen hat.
Abgerundet wird das Buch mit einem kurzem Nachwort der Autorin, in dem sie einige Hintergründe zur Enstehung dieses Buches beschreibt, einem zwölfseitigen Personenregister und historischen (meinst schwarzweißen, aber auch einigen farbigen) Fotographien einiger der im Text erwähnten Bergbauanlagen, Steinbrüche und Goldminen, auf denen teilweise auch die unter bewaffneter Aufsicht stehenden Arbeiter (Verbannte, Sträflinge, Sklaven) zu sehen sind. Außerdem findet sich hier der Text eines im Buch erwähnten Briefes von Alexander von Humboldt an Pawel Nikolajewitsch Demidow aus dem Jahre 1829 (im französischen Original und deutscher Übersetzung).
Insgeamt war der Kern des Buches für uns interessant und spannend zu lesen, aber leider schweift die Autorin für uns zu oft und zu lange vom eigentlichen Lebensweg Fotios Iljitsch Schwezowss ab. Lesenswert ist es auf jeden Fall, man sollte allerdings nicht unbedingt erwarten, daß sich das Buch wie eine Biographie auf Leben und Werk eines Menschen konzentriert. |