Und nun zu etwas ganz Anderem. In der Edition Tingeltangel erscheint Anfang Oktober ein Pseudo-Thriller von Reiner Jansen mit Augenzwinkern und Outtakes furios mißlungener Kapitel.
An das erste Mal erinnert man sich immer, glaubt Anton und meint damit den ersten selbst verübten Mord.
So beginnt das Manuskript zu seiner Autobiographie, in der er nonchalant von seinen Taten berichtet – und zugleich geistreich über das Leben philosophiert.
Aber: Der eigentliche Verfasser ist Torsten Todenhöfer, ein Schriftsteller, der mit der erfundenen Killer-Vita einen literarischen Coup landen will.
Dumm nur, daß sich sein Verleger etwas Heiteres wünscht.
Während Todenhöfer grübelt, wie er wenigstens einen humorvollen Nebenstrang in die Story einbauen kann, sterben mehrere Menschen, die ihm das Leben schwergemacht haben.
Und die verbotene Fahrt mit einem eigentlich stillgelegten Personenumlaufaufzug, dem Verlagspaternoster, läßt endgültig alles aus dem Ruder laufen ...
Originalausgabe
Broschiertes Buch / Paperback mit Klappenumschlag
tingeltangel Paperback ca. 330 Seiten ISBN 978-3-944936-75-8
Preis: 19,00 € (D) 19,60 € (A) ~ 30,00 SFr (CH)
Auch erhältlich als: ebook (10/2024) (epub) ISBN 978-3-944936-76-5 Preis: 9,99 € (D) - 9,99 € (A) ~ 11,00 sFr (CH)
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Unsere Meinung:
Nach fast dreihundert Seiten läßt der Autor einen seiner Kommissare aufseufzen: "Ich verliere langsam echt den Durchblick, wenn ich ihn denn jemals hatte ..." Die gedachte Entgegnung seines Gesprächpartners, Wem erzählst du das? dürfte wohl ebenso wie die Klage des Kommissars auch dem Seufzer vieler Leser an dieser Stelle des Buches entsprechen. Leser, die einen Kriminalroman (oder Thriller) mit Anfang, Spannungsbogen und Auflösung erwartet haben, werden spätestens jetzt gemerkt haben, daß der Autor mit ihnen Aufzug fährt. Es fängt noch relativ normal an mit dem ersten Teil des zweigeteilten ersten Kapitels, den Memoiren eines psychopathischen Killers. Diese werden im Laufe des Buches auch abwechselnd mit anderen Erzählsträngen, etwa den polizeilichen Ermittlungen zu diversen Todesfällen, fortgesetzt, wobei der Killer sich in den nächste Kapiteln auch direkt an seine Leser wendet. Im zweiten Teil des ersten Kapitels betritt dann der Schöpfer des Killers die Bühne, und die Leser erfahren, daß der Killer nur eine Figur in einem Roman im Roman ist. Später verzweigt sich die Geschichte etwas tief- oder untergründig ins fantasyhafte, verliert aber für uns im zweiten Teil des Buches jeden Faden. Zumindest ist derselbe uns völlig verlorengangen. Während uns der erste Teil des Buches mit den abwechselnden Episoden von Autor und Psychokiller-Memoiren, die sich schließlich auch überschneiden oder überlappen, mit verschiedenen unerwarteten Wendungen und Wortspielereien gut gefallen hat, ist uns der Spaß an diesem Buch spätestens vergangen, als der (Haupt-)Autor meinte, unbedingt eine völlig verkorkste Polizistin einführen und sich ausführlichst ihrem Privatleben widmen zu müssen (ohne das es scheinbar in modernen Krimis oder Thrillern nicht mehr geht) und auch ansonsten alles in die bzw. ins Irre laufen zu lassen, womit wir dann zusammen mit den Figuren auch jeden Durchblick verloren haben und das Buch uns bis zum Ende nur noch nervte. Was die innere Gestaltung betrifft, ist diese wie nicht zum ersten Mal bei tingeltangel-Büchern mit einem Augenzwinkern dem Inhalt angepaßt. Diesmal sind die Kapitelnummern in einen stilisierten fahrenden Pasternoster gepackt und dabei immer nur mehr oder weniger sichtbar. Insgesamt hat uns der erste Teil des Buches mit dem Mysterium um den Autor der Memoiren und den schrägen Erlebnissen des Autoren im Buch gut gefallen, der zweite Teil war dann ganz und gar nicht mehr unser Fall, obwohl wir bis zum Schluß noch auf eine Art Abschluß gehofft haben, den wir niemals fanden. Wer ohne Auflösung oder halbwegs logische Handlung auskommt, könnte auch dieses Buch mögen, unser Fall war es leider nur im ersten Teil.
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