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Das waren neue Seiten
September 2025
Autor/Herausgeber/Reihe:
Gabriele Reuter:
Titel:
Aus guter Familie
Leidensgeschichte eines Mädchens
13.
Originaltitel: Originaltitel
Erscheinungsland
Original: D
Erscheinungsjahr
Original: 1895
Mit dem Roman Aus guter Familie von Gabriele Reuter erscheint im September bei Reclam die Neuausgabe eines Klassikers des 19. Jahrhunderts.
Die junge, verträumte Agathe wächst in einem großbürgerlichen Haushalt auf und möchte eigentlich alles richtig machen.
Doch immer wieder eckt sie in der konservativen Gesellschaft des jungen Kaiserreichs an.
Weder ihre jugendliche Sehnsucht nach Freiheit und Selbstentfaltung noch ihr Wunsch nach Liebe erfüllen sich.
Als ihr Bruder ihre Mitgift verspielt, steht ihr nicht einmal mehr eine Vernunftehe offen.
Schließlich verzweifelt Agathe und wird in eine Heilanstalt eingewiesen ...
Mit Anmerkungen und einem Nachwort von Tobias Schwartz
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Neuausgabe
Mini-Taschenbuch
Das Buch ist Band 14.748 in Reclams Universal-Bibliothek. So sah 2009 ein Wandregal mit allen Bänden der Universalbibliothek des Reclam-Verlags aus:
Aktualisierung Oktober 2025
Voraussichtlich Mitte November soll bei Reclam eine durchgesehene Neuausgabe dieses Buches als "normales" Taschenbuch erscheinen.
Reclam Mini-Taschenbuch ca. 330 Seiten Format ca. 15x10cm ISBN 978-3-15-014748-1 Preis: 7,40 € (D) – 7,70 € (A) ~13,00 SFr. (CH)
Auch erhältlich als: ebook (09/2025) (epub, ca. 1 MB) ISBN 978-3-15-962491-4 Preis: 4,99 € (D) – 4,99 € (A) ~ 5,00 sFr (CH)
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Unsere Meinung:
Aus gutem Hause ist in diesem Buch nicht nur die Hauptperson, Agathe deren wechselhaftes Leben von der Konfirmation bis zum Alter von knapp unter 40 Jahren es begleitet, sondern auch ihr Bruder, ihre beste Freundin und viele andere Personen aus ihrer Umgebung, die mehr oder weniger Einfluß auf dessen Ablauf nehmen. So wurde das Buch eines (sozial)demokratischen Dichters umgehend in ein Buch mit dem vielsagenden Titel Des Weibes Leben und Wirken als Jungfrau, Gattin und Mutter umgetauscht. Für uns war Agathe Heidling nicht sonderlich sympathisch, fanatisch religiös, von sich selbst und dem Status ihrer Familie in der Gesellschaft eingenommen und ziemlich selbstgefällig und überheblich. Von Anfang der Geschichte an erhalten die Lesenden Einblick in die Zwänge der damaligen Gesellschaft, die nicht nur aber ganz besonders die Mädchen und Frauen in ihrer geistigen und charakterlichen Entwicklung einschränkten. Zwar macht Agathe auf Anregung ihres Freundes ab und Versuche, sich selbst zu entwickeln, fällt aber immer wieder in ihr gesellschaftlichen und fanatisch-religiöses Rollennmodell zurück. Ihre beste Freundin-Feindin aus Kinder- und Jugendtagen hingegen lebt sich zeitweise aus, wählt aber schließlich doch die gesellschaftlich akzeptierte Rolle als Soldatenehefrau. Die Unterdrückung demokratischer Bewegungen werden derweil vor allem durch Agathas Kinderfreund repräsentiert, der wie viele echte frühe deutsche (Sozial )Demokraten schließlich in die freiheitlichere Schweiz fliehen muß. (Und Agathe findet natürlich, daß ihr Freund einfach nicht recht kann, denn Demokraten können nicht recht haben.) Auch der Militarismus der Gesellschaft wird nicht vergessen, vor allem in der Person ohres Bruders, seiner Freunde und Frau. Außerdem spielen Kinder natürlich Soldat. Im Laufe ihres Lebens durchläuft Agatha ein Wechselbad der Gefühle, erste Liebe, die Begeisterung für einen Schriftsteller, aber immer wieder wird sie durch die anerzogene Folgsamkeit besonders ihrem Vater gegenüber in die gesellschaftlich akzeptable Rolle der Frau als Jungfrau, Gattin und Mutter zurückgeholt. Bis zum Ende gelingt es ihr nicht, sich von den Zwängen der deutschen Gesellschaft freizumachen und wird zum halb wahnsinnigen geistigen Wrack. Am Ende des Buches gibt es wie üblich die Information zur Originalausgabe, auf der diese Neuausgabe aufbaut, unter dem Titel Anmerkungen eine etwa sechs Seiten umfassende Worterklärung der im Text markierten Stellen (nach Seitenzahlen sortiert), eine Seie Literaturhinweise mit weiteren Büchern der/zur Autorin oder zum Thema und schließlich noch ein etwa zwanzig Seiten langes gut lesbares Nachwort von Tobias Schwartz mit weiteren Hintergrundinformationen zum Buch, zur Autorin und zu Zeiten und Gesellschaften. Den Abschluß macht dann merkwürdigerweise ein kurzes Inhaltsverzeichnis, das unserer Meinung nach doch besser am Anfang des Buches aufgehoben wäre. Der Verlag bezeichnet dieses Buch als feministischen Klassiker, was für uns dem Buch nicht gerecht wird und es ungerechtfertigt beschränkt. Insgesamt ist dies für uns ein absolut lesenswerter gesamt-gesellschafts-kritischer Roman und ein Gesellschafts- und Sittenbild seiner Zeit.
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