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Mai 2026
Autor/Herausgeber/Reihe:
Michael Ritter:
Titel:
Wiener Begierde
Kriminaloberinspektor Dr. Fried, Bd. 4:? - Historischer Kriminalroman
5.
Originaltitel: Originaltitel
Erscheinungsland
Original: D
Erscheinungsjahr
Original: 2026
Zu Beginn dieses vierten Bandes sind seit den Geschehnissen aus Der Künstlermord etwa drei Jahre vergangen. Im Wien des Jahres 1919 ist der Erste Weltkrieg vorüber und die Monarchie zerfallen.
Dr. Fried, inzwischen ehemaliger Kriminaloberinspektor, und sein Freund Novak eröffnen eine Detektei.
Kaum haben sie ihr Büro bezogen, beauftragt sie auch schon ein Offizier mit der Suche nach einer verschwundenen Prostituierten.
Wenige Tage später wird er tot aufgefunden - brutal ermordet.
Dr. Fried und der Novak geraten in einen undurchsichtigen Fall, der sie zu den Schattenseiten der Stadt führt.
Im Wiener Stuwerviertel, dem Zentrum der Stadt für käufliche Liebe, ermitteln sie im Milieu von Kriegsheimkehrern, Zuhältern und Prostituierten ...
Gmeiner Paperback ca. 280 Seiten ISBN 978-3-8392-8080-5 Preis: 14,50 € (D) - 14,50 € (A) ~ 23,00 SFr. (CH)
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Unsere Meinung:
Wie seine Vorgänger ist auch dies wieder ein eher klassischer, ruhiger Krimi. Allerdings ist diesmal einiges anders. Dr. Fried und sein bisheriger Assistent Novak hatten im letzten Band ja schon einmal ein wenig geübt, aber zu Beginn dieses Romans lassen sie die offzielle Strafverfolgung hinter sich (naja, vielleicht nicht so ganz, es gibt da noch ...) und eröffnen ihre eigene Privatdetektei. Was natürlich einige Umstellungen und Probleme (auch was das Mobiliar betrifft) mit sich bringt. Und von Kunden überlaufen werden sie am Anfang ihres neuen Lebens auch nicht gerade. Doch der Fall, dem sie sich schließlich widmen - und dabei bemerken, daß sie nun alles selbst machen müssen und sich nicht auf die Zuarbeit des Polizeiapparates stützen können - hat es in sich. Wie gewohnt folgt die Geschichte den Ermittlungsarbeiten der beiden und läßt die Leser nebenbei einen Einblick in die Wiener Gesellschaft zwischen den Kriegen erhaschen. Und natürlich darf auch diesmal die eine oder andere Begegnung der unangenehmen Art mit dem offiziellen Ermittler Kommissar Hechter nicht fehlen. Es ergeben sich eine Menge undurchsichtiger Verdächtiger und meist falscher Spuren und Nebenereignisse, die auch diesen Band der Reihe auf gewohnte Weise spannend lesen lassen. Weniger gelungen ist für uns die Auflistung am Ende des Buches, die überschrieben ist mit Handelnde Personen, Orte und Glossar. Während die handelnden Personen mit fast zwanzig an der Zahl gut vertreten sind (auch wenn die Informationen zu ihnen meist sehr dürftig sind), sucht man die Orte vergeblich und ist das Glossar mit ganzen zwei Einträgen etwas sehr kümmerlich ausgefallen. Da gab es, was uns betrifft, in diesem Buch eine Menge mehr Wörter, die der Erklärung bedurft hätten, wie etwa Daguerreotypie oder Récamière. Außerdem hätten wir im sechsten Kapitel des Buches lieber mehr über den Auftrag als die Behandlung von Rückenschmerzen gelesen. Insgesamt war dies für uns - auch wenn die letztendliche Auflösung nicht wirklich ein direktes Ergebnis der Ermittlungsbemühungen der frischgebackenen Detektive ist - ein durchwegs spannend und unterhaltsam zu lesender, klassischer Kriminalroman mit einer Menge unauffällig eingebundener historischer Gesellschaftsinformation aus dem alten Wien und ein Tip.
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