Nach Umlaufaufzug (10/2024) erscheint Anfang Mai in der Edition Tingeltangel der zweite Pseudo-Thriller von Reiner Jansen mit Kriminalhauptkommissar Konrad Kramer. Und wie schon im ersten Buch verwandelt sich, was als klassischer Krimi beginnt, in ein schräges Abenteuer zwischen Realität und Fiktion, zwischen historischem Raub und kosmischem Desaster.
Ausgerechnet Kriminalhauptkommissar Konrad Kramer, der einen Zwangsurlaub am bayerischen Meer verbringt, stößt beim Schwimmen auf eine Leiche.
Trotz diverser Warnungen kann Kramer nicht die Finger davon lassen, selbst zu ermitteln.
Währenddessen arbeitet der Söldner Mario an einem neuen geheimen Auftrag: Er soll vom tiefsten Punkt des Sees, der Grube der unschuldigen Kinder, einen sagenhaften Nazi-Schatz bergen. Doch er findet etwas ganz anderes.
Als eine gewaltige Explosion den Seegrund erschüttert, offenbart sich dort etwas viel zu Dunkles.
Was ist dieses perfekte Schwarz, das selbst erfahrene Taucher in Panik versetzt? Und warum interessieren sich plötzlich Großmächte für den beschaulichen Chiemsee?
Kramer muß in die Tiefe, um dem Unfaßbaren selbst zu begegnen ...
Originalausgabe |
 Broschiertes Buch / Paperback mit Klappenumschlag
Bisher ist in dieser Reihe erschienen:
Band 1
Umlaufaufzug
(10/2024)
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tingeltangel Paperback ca. 310 Seiten ISBN 978-3-944936-89-5
Preis: 20,00 € (D) 20,60 € (A) ~ 32,00 SFr (CH) |
Auch erhältlich als: ebook (05/2026) (epub, ca. 2 MB) ISBN 978-3-944936-90-1 Preis: 10,99 € (D) - 10,99 € (A) ~ 11,00 sFr (CH) |
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| Unsere Meinung: Auch wenn dies der zweite Roman mit Kriminalhauptkommissar Konrad (Konny) Kramer ist, muß man den ersten Band nicht unbedingt gelesen haben. Es gibt zwar einige Bezugnahmen auf Personen und Ereignisse daraus, aber das meiste wird die neuen Leser(inn)en wo und wenn nötig, immer kurz zusammengefaßt. Der Rest ist dann aus dem Zusammenhang gut zu erschließen.
Dieser zweite Band spielt im unter und um den See, unter und über der Erde und diversen Zeiten und Erzählsträngen. Es geht um einen Taucher, der sich vertaucht, einen Fischer, der sich verfischt, einen Söldner, der sich versprengt, einen Kommissar, der sich verurlaubt und einen Schriftsteller, der sich einer abenteuerlichen Geschichte verschreibt.
Nach seinen Erlebnissen im ersten Buch wird Kriminalhauptkommissar Kramer sehr zu seinem Mißfallen und nach kurzem Sträuben (echte Männer brauchen schließlich keinen Urlaub) erst mal zur Erholung an den Chiemsee geschickt. Während er dort herumgrummelt und in den anderen Regionen kulinarischer Delikatessen schwelgt und auf seine höchst eigene Art neue Freunde macht und unliebsame Bekannte trifft, hat der See eine eigene Geschichte zu erzählen. Oder gleich mehrere, denn im und um den See ging und geht einiges vor.
Im ersten Kapitel tauchen die Leser gleich mit einen Unbekannten in die Tiefen des Sees ein. Was sich dabei aus der Sicht des Tauchers abspielt führt wenig später dazu, daß Kramer beim Schwimmen im See auf die erste Leiche dieses Buches stößt.
Der Großteil der fünzig Kapitel folgt dann der Sicht des Kriminalhauptkommissars, der natürlich absolut und in keiner auf eigene Faust ermitteln wird. Daneben gibt es einige Kapitel aus der Sicht eines Söldners namens Mario und dessen Mission, die aber zunächst etwas verwässert bleibt. Ebenfalls in der Gegenwart spielen einige Kapitel, die Kramers örtlichen Lieblingsfeind und seine Kollegin aus dem Aufzugsfall und durch Vorgänge am CHiemsee höchst beunruhigte amerikanische Militärs begleiten. In den restlichen Kapiteln erfahren die Leser durch verschiedene Zeitzeugen (ein Nagetier kurz nac der Eiszeit, Urzeitmenschen, römische Soldaten, Nazi-Soldaten im und nach dem zweiten Weltkrieg und einen Pfarrer bei einer Seetaufe) von eigenwilligen Vorgängen in der tiefen und noch tieferen Vergangenheit des Sees.
Allen Kapiteln ist gemeinsam, daß sie die Leser erst einmal im Trüben fischen lassen und ihnen mit keinerlei Zeitangaben oder Überschriften mit Angaben der Perspektive dabei helfen, die jeweiligen Kapitel zeitlich und inhaltlich einzuordnen. Das müssen sich die Leser schon selbst erschließen.
Während die Leser noch rätseln dürften, was im und unter dem Wasser exakt vor sich geht und versuchen, die Bruchstücke aus der Vergangenheiit damit zusammenfließen lassen, gerät die Geschichte am Ende des Buches heftig aus dem Ruder. Dabei hatte Kramer doch nur den Schriftsteller gebeten, seine Phantasie einzusetzen, die ihm bekannten Bruchstücke zu einem Ganzen zusammenzufügen. Genau wie die Leser das ja schließlich auch tun.
Wie das erste Buch hat auch dieses wieder zumindest zwei Enden (und einen Epilog), wobei undeutlich bleibt, wann und wo und wie lange die einzelnen Erzählebenen ineinander übergehen. Wenn die Leser dann vermuten könnten, daß die eine Ebene zu Ende gebracht wurde, bleibt doch die Unsicherheit: war sie es wirklich? Was war das gerade? Original oder Fälschung?
In diesem Buch erhalten die Leser eine mögliche Erklärung für all die seltsamen Dinge, die am und im See geschehen sind oder geschehen sein könnten - versenkte Goldschätze und die Herkunft der Bezeichnung bestimmter Seeteile eingeschlossen. Daneben können sich die Leser ihren eigenen Reim auf die Geschichte machen, die in diesem Buch erzählt wird - einen toten Taucher, einen ebenso toten Fischer und eine mysteriöse Detonation am tiefsten Punkt des Sees, bei der es einen weiteren Taucher erwischt. Nur, daß nach dem Ende am Ende die Geschichte noch einmal eine Wendung nimmt, die dann wieder alle Fragen erneut stelen läßt. Ist das jetzt Kramers Realität? Oder was ist das jetzt?
Insgesamt war dies für uns eine ausgesprochen unterhaltsame Geschichte (nicht zuletzt dank der unfreiwilligen Abenteuer des granteligen Kriminalhauptkommissars und der diversen Erzählstränge und undeutlich bleibenden Erzählelemente. Zwar hat es uns nicht ganz zu einem Tip gereicht, aber dieser zweite Roman hat uns deutlich besser gefallen als sein Vorgänger und wird Leser, die nicht alles auf den ersten Blick bis auf Grund durchblicken wollen sicher gut uns spannend (und etwas eigenwillig) unterhalten.
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