Ein abgetrennter Kopf in einer alten Mühle - dekoriert wie eine Brotzeit. Und die Botschaft ist eindeutig: "Du Trottel, heast! Das ist erst der Anfang."
Für Kriminalhauptkommissar Hubert Aiwanger wird's ungemütlich. Sehr ungemütlich. Denn der Täter kennt ihn - und zielt direkt auf seine Vergangenheit.
Zwischen schwarzem Humor, bayerischem Grant und einer Spur, die irgendwie zu einer österreichischen Band führt, bleibt nur eine Frage: Wer will Aiwanger ans Leder - und warum ausgerechnet so?
Während das Sonderdezernat SFA ermittelt, wird klar: Das ist kein gewöhnlicher Fall. Das ist persönlich.
Und ziemlich schräg ...
Originalausgabe |
 Broschiertes Buch / Paperback
Das Buch ist - nur bei Direktbestellung beim Verlag - auch in einer limitierten Schmuckausgabe mit Farbschnitt erhältlich.
ISBN 978-395452-800-4 Preis: 15,90 € (D) - 16,40 € (A) ~ 22,00 SFr (CH)
In dieser Reihe ist bisher erschienen:
Band 1
Prost du Sack (06/2025)
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| Unsere Meinung: In unserer Meinung zum ersten Band hatten wir noch gehofft, daß sich die neu eingerichtete Abteilung Spezielle Fälle Aiwanger, kurz SFA, ähnlich der klassischen deutschen Fernsehserie um die Seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger ungewöhnlichen Fällen widmen wurde, die kein anderer lösen konnte. Statt dessen ist diser zweite Fall ziemlich ähnlich gestrickt wie der erste, nur sind die Ekel- und Schockeffekte stärker vertreten.
Ansonsten ist da wieder das Tagebuch des Täters, das sich mit der Ermittler- und Opfer-Seite abwechselt, es gibt auch wieder eine Musikgruppe und unter einem psychopathischen Serienmörder tut es der Autor auch diesmal nicht. Kleiner Unterschied ist lediglich, daß Aiwanger diesmal noch stärker und von Anfang an im Fadenkreuz des Täters steht.
Auch diesmal ist der Titel einem Liedtext entnommen, allerdings scheint es, daß der Autor im Gegensatz zum ersten Buch diesmal, warum auch immer, eine regelrechte Abneigung gegen die eingesetzte Musikgruppe zelebriert, die unschwer an den Titeln und Texten einiger Lieder zu erkennen ist. Zum einen hat er sie diesmal kurzerhand von der Verunsicherung zur Verunglimpfung umgetauft und sie durch seine Protagonisten zur Klamauktruppe degradiert, was dem Original absolut nicht gerecht wird.
Die Krimihandlung selbst beginnt gleich, um es mit dem Autor zu formulieren, schaurig, wie ein schlechter Albtraum oder ein Splatter-Horrorfilm (sie endet auch so) und es wird schnell deutlich, daß der Lesehorror genauso vom Autor geplant und die abstoßende Wirkung mit Absicht so orchestriert worden war. Wodurch unschwer zu erahnen ist, daß alle Todesfälle ebenso unschwer als unnatürlich erkennbar sind. Die Unfallthese und das Rätselraten aus dem ersten Buch fallen diesmal also leider weg.
Da Aiwanger diesmal direkt vom Fall betroffen ist, wird seine Mitarbeiterin mit der Leitung der Ermittlungen betraut, was Aiwanger allerdings nicht daran hindert, weiter im Fall zu ermitteln. Etwas unglaubwürdig war für uns die fehlende Erinnerung Aiwangers an seine eigene Vergangenheit, auch als die Hinweise bereits fingerdick aufgetragen wurden und die doch recht unterkühlte Reaktion einer der Hauptpersoen auf den Mord an seiner Frau. Es gibt einige falsche aber diesmal vor allem fehlende Spuren, was den zweiten Fall für uns weniger spannend gemacht hat, als den ersten. Außerdem hat es sicherlich auch der letzte Leser und die letzte Leserin nach dem vierundachtzigsten Mal verstanden, wie die Gefühlswelten zwischen Angerer und seiner Mitarbeiterin verteilt sind. Diese ständigen Wiederholungen fanden wir auf die Dauer doch etwas nervig, ebenso wie die fast ausschließliche Charakterisierung Aiwangers durch seine Freßsucht und seine fehlende Beweglichkeit.
Am Ende gibt es dann noch einen regelrechten Showdown, nach dem der Kommissar im Krankenhaus landet, wo dann die Geschichte für die Leser aufgeklärt und aufgerollt wird.
Wir wollen zwar nicht sagen, daß das Buch überhaupt nicht spannend war, aber es kommt in dieser Beziehung leider nicht mehr an das erste Buch heran. Ziemlich übertrieben und unglaubwürdig erschien uns diesmal auch die Begriffsstutzigkeit der Ermittler. Nicht so toll fanden wir auch, wie die Musikgruppe, die diesmal nicht selbst in der Handlung auftritt, sondern nur als Stichwortgeber eingebaut worden ist, im völligen Gegensatz zur bejubelten Gruppe im ersten Buch (beginnend schon mit der Namensverunglimpfung) von den Kommissaren komplett negativ und als Klamauktruppe dargestellt wird. Außerdem fanden wir die Ekel- und Schock-Elemente diesmal übermäßig in den Mittelpunkt gestellt.
Insgesamt dürfte dieses zweite Buch wohl eher Thrillerleser(inne)n mit einer Vorliebe für Effekte und Serienmörder gefallen. Auch wem das erste Buch gefallen hat und kein Problem mit einer Variation zum gleichen Muster hat, könnte seinen oder ihren Lesethrill an diesem zweiten Roman haben. Auch wenn die Leser(innen) bis kurz vor dem Schluß über den Täter rätseln können (die Motive werden mal wieder im "lieben Tagebuch" ausführlichst beschrieben) fanden wir es weniger spannend als das erste Buch, mit zu vielen Wiederholungen und unglaubwürdigen Zufällen gespickt und vor allem zu sehr nach dem gleichen Muster wie das erste Buch gestrickt. Unsere Hoffnung auf einen ungewöhnlichen Einzelfall nach klassischem Vorbild hat sich diesmal jedenfalls nicht erfüllt. Vielleicht ja beim nächsten Mal. Bis dahin freuen wir uns schon einmal auf den dritten Band der Weiberstammtisch-Reihe, der für September angekündigt ist. |