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August 2024
Autor/Herausgeber/Reihe:
Carolin König:
Titel:
Familienbande im Taunus
Taunus-Krimi 2:?
6.
Originaltitel:
Originaltitel
Erscheinungsland
Original: D
Erscheinungsjahr Original: 2024
Bei Legionarion ist im August 2024 der zweite Taunus-Krimi mit der recht eigenwilligen Detektivin Euphemia - kurz Femi - Köther erschienen. Diesmal geht es unter anderem um Diebstähle im Haus einer alten Dame und den Mordversuch an einer ehemaligen Lehrerin.
In diesem zweiten Band soll Femi Diebstähle im Haus einer hochbetagten und sehr wohlhabenden Dame aus Usingen aufklären. Hauptverdächtige sind der Großneffe und die Haushaltshilfe der Frau.
Der Fall scheint mit dem Mordversuch an einer ehemaligen Lehrerin verbunden zu sein, die jedoch eisern schweigt - genauso wie zwei potentielle Zeugen.
Femi und Annika unterstützen einander, soweit ihr jeweiliges Berufsethos das zuläßt.
Zugleich holt Femi ihre Vergangenheit ein, als László, ihr früherer Sandkastenfreund und Nachbar, nach dreißig Jahren Abwesenheit sein Elternhaus zurückkauft und dort einzieht ...
Mit einer Übersicht der handelnden Personen am Anfang des Buches Mit einem Glossar der mundartlichen Begriffe im Anhang Mit einem Nachwort der Autorin im Anhang
Legionarion Crime Paperback ca. 240 Seiten ISBN 978-3-96937-160-2
Preis: 15,00 € (D) - 15,50 € (A) ~ 24,00 SFr (CH)
Auch erhältlich als: ebook (08/2024) (epub, ca. 1 MB) ISBN 978-3-96937-161-9 Preis: 4,99 € (D) - 5,90 € (A) ~ 5,00 sFr (CH)
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Unser Meinung:
Familienbande - für Femi bedeuteten sie Fesseln (warum erfahren die Leser im Laufe der Geschichte), für andere, daß sie einer Familien-Bande angehören oder daß sie durch Familienbande sehr eng und liebevoll miteinander verbunden sind. Das Wort kann alles bedeuten und nichts, Himmel und Hölle. Nicht nur im Titel sondern auch im Zuge der Geschichte kommen sie in einigen Varianten ins Spiel.
Dieses zweite Buch um die ebenso eigenständige wie eigenwillige (und etwas schräge) Privatdeketivin Femi Köther beginnt mit einem Prolog, in dem es um einen Unfall geht - aber war es wirklich ein Unfall? Im Laufe des Buches mehren sich die Zweifel. Und was hat Femis neuer Fall überhaupt mit diesem Unfall zu tun? Erst einmal gar nichts. Aber das ändert sich gewaltig im Laufe dieser Geschichte, in der auch die aus dem ersten Band bekannte Kosmetikfirma LuxuriCosmetics, korrupte Anwälte und die regionale Drogenszene (zu der auch Justin aus dem ersten Buch einiges zu sagen hat) ins Spiel kommen und die Sache nicht nur für Femi am Ende lebensgefährlich werden lassen.
Aber fangen wir vorne an. Nach dem aufgeklärten Mordfall aus dem ersten Band hat Femis Detektei eine gewisse Berühmtheit bekommen und die Aufträge prasseln nur so auf sie ein: Mein Nachbar hat tagsüber die Rollläden unten, das ist doch verdächtig ... Der Neue gegenüber, der kommt immer erst um ein Uhr nach Hause - prüfen Sie mal, was der immer macht ... Meine Schwägerin ist in letzter Zeit so komisch drauf. Ich wette, die führt was im Schilde ... Alles nicht wirklich nach Femis Geschmck, aber richtige Aufträge mit Aussicht auf ein ordentliches Honorar kommen kaum noch rein. Und auch der neue Auftrag scheint da keine Ausnahme zu sein. Kleine Diebstähle bei einer reichen alten Dame. Richtig aufregend. Wie es dann aber kommt, daß sich Femi am Ende dieses abenteuerlichen Falles fragt, ob sie in Zukunft untreue Ehemänner und -frauen mit der Greifzange fassen, irgendeinem Übeltäter eine Sockenanziehhilfe um die Ohren hauen und entlaufene Hunde mit dem Schuhlöffel einfangen soll, ist wieder ausgesprochen spannend und unterhaltsam (manchmal auch rührend und dramatisch) zu lesen. Mehr möchten wir an dieser Stelle lieber nicht verraten, weil es nicht gut wäre, zu diesem Zeitpunkt die Pferde scheu zu machen. Und sie werden scheuen, die Pferde. Sie scheuen heutzutage sehr leicht, die Pferde. Haben wir gelernt, in diesem Buch.
Neben dem verzwickten und sich immer weiter verzweigenden Hauptfall, in dem einige Personen feststellen müssen, daß Schweigen nicht immer Gold ist, erfahren die Leser auch diesmal einiges aus Femis nicht weniger komplizierten Privatleben und ihrer Vergangenheit. Außerdem erhält sie unangenehmen Besuch aus ihrer Vergangenheit und wird ebenso unfreiwillig wie unvorbereitet Tante ehrenhalber. Auch diese Abschnitte sind zum Teil rührend, zum Teil auch recht amusant zu lesen, schrappen manchmal allerdings nur knapp daran vorbei, nervig zu werden.
Auch wenn dies bereits der zweite Roman dieser Reihe ist, kann er problemlos gelesen und verstanden werden, ohne den ersten Band zu kennen. (Obwohl es natürlich hilfreich ist, um die gemeinsame Vergangenheit einiger Personen besser zu verstehen. Außerdem lohnt sich ohnehin den ersten Band zu lesen.) Für alle, die Femi & Co. mit diesem Bad kennenlernen, werden die Zusammenhänge wo nötig in der Geschichte erklärt. Außerdem findet sich am Anfang des Buches eine Kurzübersicht der wichtigsten Personen in diesem Buch. Am Ende des Buches folgen dann noch die Übesetzungen der mundartlichen und fremdsprachigen Wörter und Ausdrücke sowie ein (zum Teil aus dem ersten Band kopiertes) Nachwort, in dem die Autorin einiges über die Hintergründe dieser Reihe erzählt und einen kleinen Ausblick auf den nächsten Band gibt, der ausnahmsweise im Vordertaunus spielen wird und in dem sich Femi eigentlich(!) in Ruhe regenerieren soll, auf den wahrscheinlich nicht nur wir ungeduldig warten.
Insgesamt war dies für uns wieder ein rundum spannender, leicht schräger und höchst unterhaltsamer Krimi mit diversen unerwarteten Wendungen und einem bunten Panoptikum an Personen, von höchst sympathischen bis abgrundtief fiesen und allem dazwischen sowie schrecklich netten Familien und keinesfalls zu vergessen einer höchst beeindruckenden alten Dame. Außerdem wird es wieder von Femi selbst in ihrer höchst eigenen Art in der Ich-Form erzählt. Und es gab ein Wiederlesen mit vielen Personen, die bereits im ersten Roman vertreten waren. (Auf Leo müssen die Leser diesmal allerdings leider verzichten.) Auch dieser zweite Band war für uns ein ebenso großes spannendes Lesevergnügen wie der erste Band und ein Tip.
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