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Das waren Neue Harte ...
Hallo,
und weiter geht's mit dem Neuen Harten Nummer 2 für diesen Monat ...
Viel Spaß!
das
Bücherbar-Team
Mai 2019
Autor/Herausgeber/Reihe:
Owen Chase:
Titel:
Tage des Grauens und der Verzweiflung
2.
Originaltitel:
Narrative of the Most Extraordinary and Distressing Shipwreck of the Whale-Ship Essex, of Nantucket
Erscheinungsland
Original: US
Erscheinungsjahr
Original: 1821
Die Männer vom Walfänger Essex trauen ihren Augen nicht und sind derart ungläubig, daß sie die Gefahr erst im letzten Moment begreifen. Mitten in der Waljagd sehen sie sich dem Ansturm eines gewaltigen Tieres ausgesetzt.
Statt eilends den Harpunen der Walfangboote davonzuschwimmen, wendet es sich mehrmals be- wußt dem Hauptschiff zu und rammt frontal dessen Bug.
Ein gewaltiges Leck im Schiffsrumpf ist die Folge. Keine Rettung für das Schiff – tausend Meilen vom nächstgelegenen Land entfernt …
Owen Chase, der Erste Steuermann, gehörte zu den wenigen Über- lebenden dieser Katastrophe. Sein authentischer Be- richt gehört zu den fesselndsten Geschichten der Seefahrtsliteratur.
Herman Melville wurde von der Lektüre derart fasziniert, daß sie ihn nicht mehr losließ. Der Wal, der sich der Jagd der Menschen mit einer Wut entgegenstellt, als wolle er alle seine getöteten Artgenossen rächen, hat Herman Melville zu seinem Roman Moby Dick inspiriert. Die Ereig- nisse um die Essex waren auch die Vorlage für die Filme Im Herzen der See (2015) mit Chris Hemsworth und Cillian Murphy und Der Wal (2013) mit Martin Sheen.
Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Michael Klein
Mit zahlreichen Illustrationen.
Neuausgabe/Neuübersetzung
Hardcover/gebundenes Buch
Morio Buch Format ca. 13x20cm ca. 200 Seiten ISBN 978-3-945424-71-1
Preis: 20,00 € (D) - 20,60 € (A) 28,00 SFr (CH)
Direkt beim Verlag bestellen:
Unsere
Meinung:
Dieses mit historischen Zeichnungen schön gestaltete Buch enthält nicht nur die auf dem Titel genannte Geschichte von Owen Chase sondern darüber hinaus noch Zeitzeugenberichte anderer Seeleute und andere historische Zeugnisse zu den Ereignissen, die später auch im Buch Moby Dick aufgegriffen wurden. Der Leser erfährt dabei einiges über die Hintergründe, die wahren Geschehnisse und wie es zur Verarbeitung durch Herman Melville gekommen ist.
Der erste Teil des Buches enthält die deutsche Übersetzung des (wie der Autor in seinem An den Leser-Vorvorwort selbst scheibt) schmalen Bandes. Es beginnt mit einer kurzen persönlichen Erklärung des Autoren, warum er es geschrieben (oder hat schreiben gelassen) und veröffentlicht hat, gefolgt von einem Vorwort, daß sich der Geschichte und Gegenwart des Walfanges widmet und in dem der Autor vehement fordert, daß die Walfänger durch staatliche Marineschiffe eskortiert unjd geschützt werden sollten. Dann erst beginnt die eigentliche Niederschrift seiner Erlebnisse, die überschrieben ist als "Bericht vom höchst seltsamen, katastrophalen Schiffbruch des Walfängers "Essex" aus Nantucket, der im pazifischen Ozean von einem gewaltigen Pottwal angegriffen und völlig zerstört wurde, dazu eine Schilderung der beispiellosen Leiden von Kapitän und Mannschaft in offenen Booten auf See während eines Zeitraums von dreiundneunzig Tagen in den Jahren 1820 und 1821", die mit etlichen Abbildungen die folgenden etwa 40 Seiten des Buches umfaßt und eine in der Ich-Form gehaltene spannende Schilderung der Ereignisse vor, während und vor allem nach dem Untergang der Essex enthält. Diese Geschichte ist teilweise recht brutal und nichts für sanfte Gemüter, geht es abseits vom Wal- und Überlebenskampf auch um so verstörende Dinge wie Kannibalismus unter den Seeleuten. Der Original-Owen-Teil wird dann (nach einigen vom Herausgeber hinzugefügten Kapiteln) mit einem Anhang abgeschlossen, der das Schicksal der namentlich aufgeführten Schiffsbesatzung auflistet. Mehr über das Schicksal der Besatzungsmitglieder, die sich von der der Gruppe um Chase getrennt hatten um auf einer Insel zurückzubleiben (und worüber dieser daher nicht in seinem persönlichen Bericht schreiben konnte), wird dann in einem ebenfalls vom Herausgeber verfaßten eigenen Kapitel geklärt, das wiederum eine in der Ich-Form geschriebene persönliche Erinnerung von Thomas Chapple enthält, der zu eben dieses Seemännern gehörte. Um die Begegnung mit einem weißen Wal geht es in der nun folgenden gekürzten Übersetzung der Erzählung Mocha Dick – Der weiße Wal des Pazifiks ("Mocha Dick or The White Whale of the Pacific"), des Südseeforschers Jeremiah N. Reynolds, das 1839 erstmals veröffentlicht wurde und die folgenden knapp 30 Seiten umfaßt, illustriert mit Abbildungen verschiedener Titelbilder des Reynolds-Buches. Nach dieser Erzählumng wird das Buch abgerundet mit einigen Quellenangaben und nach Kapiteln betrennten Anmerkungen des Herausgebers, die den Originaltext weiter erläutern und Informationen zu den erwähnten Personen liefern. Schließlich wird diese Neuausgabe abgeschlossen mit einem Nachwort der Herausgebers, das dem Leser weitere historische und neuere Informationen liefert und die Texte um einige Hintergründe erweitert. Das vorne stehende Inhaltsverzeichnis bietet eine gute Übersicht, wir hätten uns jedoch gewünscht, daß im folgenden Buch bei den Kapitelanfängen auch der jeweilige Autor genannt würde und nicht erst am Ende des Buches erwähnt wird, daß verschiedene Kapitel nicht von Owen stammen. Alles zusammen ist dies eine gut lesbare, spannende Lektüre, ansprechend gestaltet, mit umfassender Hintergrundinformation ergänzt und für uns damit ohne jede Walfängerei ein Tip.
Neue Harte-Archiv – neu und interessant in diesen zwei Monaten
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