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Das waren Lesetips für junge und junggebliebene Leseratten
KiDTiP 9
15.05.2010
KiDTiP-Archiv – TiP Nr. 9:
Tina Caspari:
Kein Platz für Prinzen
(Die Theater-Kids Bd. 1)
(Juli 1998, nicht mehr im Verlagsprogramm)
Hallo,
hier kommt endlich Kid-Tip Nummer 9. Obwohl der Schneider Verlag diese Reihe in die Kategorie Mädchenbücher einsortiert hat (Jungs dürfen demnach nur Brenzinaund Fußball-Bücher lesen), dürfte es bestimmt keinem Jungen schaden, diese Bücher zu lesen. Die Tips eins bis sieben findet Ihr übrigens am linken Rand dieser Seite unter "Archive", dort die Taste KiDTiP anklicken. Neue Bücher für jüngere Leser stellen wir in der Bücherbärchen-Ausgabe von Frisch Verbucht vor. Wenn Ihr ein Buch habt, das Euch besonders gut gefallen hat, könnt Ihr gerne auch selbst einen Tip schreiben und ihn uns zuschicken – oder Ihr benutzt unsere neue Bücherbärchen Quasselkiste (auf den blauroten Button links klicken).
Im ersten Band dieser neuen Reihe lernen wir Tessa kennen. Tessa heißt eigentlich Marie-Theres Burger und ist ein ziemlich leidender Teenager. Nicht nur, daß ihre schauspielernden Eltern kaum Zeit für sie haben, jetzt muß sie auch noch aufs Gymnasium – in die 5A am Schiller-Gymnasium. Und dann soll sie da auch noch Theater machen. Aber ich greife vor.
Nicht nur Tessa ist neu am Schiller-Gymnasium, auch für die Klassenlehrerin, Monika Lindner, ist es der erste Tag an einer neuen Schule. Und dafür, daß es nicht zu einfach wird, sorgt schon der Umstand, daß sich die Schüler der Klasse noch zusammenraufen müssen – und das gestaltet sich als besonders schwierig, weil sie aus völlig unterschiedlichen "sozialen Umfeldern" kommen. Da gibt es die wohlhabenden (aber weniger wohlerzogenen) und die armen (ebensowenig friedlichen) Deutschen, die vom Land und die aus der Innenstadt – und nicht zu vergessen die Ausländerkinder. Dank der BILD-väterlichen und Frau-mit-Herz-mütterlichen Vorbilder ist ein friedliches Klassenleben vorprogrammiert.
Schon in den ersten Tagen kommt es zu den befürchteten Auswüchsen. Rufus (aus dem Industriegebiet) meint Yamal seine Art von Humor fühlen lassen zu müssen. (Schließlich sagt Rufus' Vater immer, die Ausländer hätten bei uns nichts verloren.) Glücklicherweise ist Otto, der Hausmeister – ein ehemaliger Boxer – zur Stelle und kann auf seine Weise erzieherisch auf Rufus einwirken. Aber irgendwie muß einen Weg geben, aus den verfeindeten Einzelkämpfern eine Klassengemeinschaft zu machen. Monika Lindner hat da auch schon eine Idee ...
Doch bevor es zur Verwirklichung der Idee kommt, greift das ein, was man so leichtsinnigerweise dem Leben nennt und die Beziehung zwischen Rufus und Yamal bekommt auf einmal eine völlig andere Grundlage.
Ja, und da kommt Tessa wieder ins Spiel. Genauer gesagt will sie mit dem Spiel – dem Theaterspiel – nichts zu tun haben. Ihr errinnert Euch, ihre Eltern ... Doch als Klassensprecherin und angesichts der überragenden Leistungen ...
Kurz gesagt: Monika Linders Idee ist ein Theaterstück, aber kein Rotkäppchen und der Volvo oder Dornröschen und die sieben Zwerge. Nein, die Kids sollen ein Theaterstück über die Dinge auf die Beine stellen, die ihr tägliches Leben bestimmen. Und auch wenn es zuerst ziemliche Probleme und einigen Widerstand zu überwinden gibt – am Ende bringt das erste Theaterstück der 5A ungeahnte Talente ans Tageslicht – und wird ein voller Erfolg.
Leider ist der Autorin die Charakterisierung der Personen stellenweise zu sehr ins "Derrick-Weltbild" abgedriftet: Die aus dem Industrieviertel sind richtige Rüpel, die zuschlagen und anderen die Klamotten kaputtmachen, wogegen die aus den wohlhabenderen Stadtvierteln nur durch unfeine Bemerkungen glänzen, aber nicht brutal sind – die Wirklichkeit sieht deutlich anders aus).
Trotzdem ist auch dieser erste Band ein voller Erfolg, wirklich lesenswert, gut geschrieben und lässt auf die weiteren Bände hoffen. In denen löst sich die Autorin hoffentlich vom arm=brutal-Weltbild, und orientiert sich statt dessen ein wenig mehr an der Realität – dort sind die Spößlinge der "besseren Gesellschaft" deutlich brutaler als ihre Altersgenossen aus dem "Industriegebiet".
Vom Verlag empfohlen für Leser ab 10 Jahren.
Nachtrag 8/2004:
Dieses Buch ist derzeit leider nicht mehr erhältlich
Tina Caspari:
Die Theater-Kids Bd.1:
Kein Platz für Prinzen
SchneiderHardcover
ca. 120 Seiten
6,50 ECU*
ISBN 3-505-10855-3
(Ein Klick auf das Banner öffnet ein neues Browser-Fenster)
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