Juni 2016 |
Autor/Herausgeber/Reihe:
Kyril Bonfiglioli:
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Titel: Nimm das Ding da weg! Mortdecai 1:4 |
11.
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Originaltitel:
Don't Point That Thing At Me
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Erscheinungsland
Original: GB |
Erscheinungsjahr
Original: 1972 |
Der Kunsthändler Charlie Mortdecai steckt bis zu seinen aristokratischen Ohren in Schulden und muß in weniger als einer Woche satte acht Millionen Pfund auftreiben, wenn er das Familienanwesen und seine luxuriöse Gattin nicht ver- lieren möchte.
Da verschwindet ein bekanntes Goya-Gemälde unter mysteriösen Umständen – mit der dafür ausgesetzten Belohnung wären mit einem Schlag alle Sorgen vergessen.
Gemeinsam mit seinem treuen Diener begibt sich Mortdecai auf einen rasanten Wettlauf um den Globus ...
Aus dem Englischen übersetzt von Dorothee Suttkus.
Die deutsche Erstausgabe ist 1992 ebenfalls bei Piper erschienen
(nur noch aus zweiter Hand erhältlich)
Neuausgabe
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Taschenbuch
Aktualisierung November 2016:
Band 2 soll unter dem deutschen Titel
Die Damen und das Ungeheuer
im August 2017 als Piper-Taschenbuch erscheinen.
The Mortdecai Trilogy - Die Originale
- Don't Point That Thing At Me Don't Point That Thing At Me (1972)
- After You With The Pistol (1979)
- Something Nasty In The Woodshed (1976)
- The Great Mortdecai Moustache Mystery (1999, posthum komplettiert von Craig Brown)
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Direkt beim Verlag bestellen:
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Piper Taschenbuch ca. 560
Seiten ISBN 3-492-30848-1 | Preis: 9,99 tEuro (D) 10,30 tEuro (A) 13,90 SFr (CH)
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Beim onlineshop:
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Unsere Meinung: Abgesehen davon, daß der Vorschautext, den der Verlag dazu liefert, mal wieder nicht so ganz mit dem Inhalt des Buches übereinstimmt, ist dies ein ausgesprochen unterhaltsamer Roman. Krimi wäre vielleicht etwas übertrieben, aber eine Kriminalgroteske oder ein Roman mit Krimielementen trifft es ganz gut. Die Krimihandlung ist zum Teil etwas abstrus oder aberwitzig (aber witzig) und tritt mitunter auch in den Hintergrund um den Formulierungskünsten des Autoren Vortritt zu lassen. Wer zuerst den Film
Mortdecai - Der Teilzeitgauner mit Johnny Depp gesehen hat, wird sich zunächst etwas umgewöhnen müssen, den wir fast immer unterscheidet sich das Buch, das als Vorlage diente, deutlich von der Verfilmung. Und wie fast immer ist das Buch um Klassen besser und der sichtbarste Unterschied sind die Ausmaße von Charlie Mortdecai, der im Buch ein ziemlich vulominöser Brite ist. Ist er sympathisch? Eher nicht. Ist er rücksichtslos, arrogant, egoistisch und -zentrisch? Allerdings. In der Krimihandlung fallen recht und links dieses durchtriebenen Snobs Tote, und es gibt kaum jemanden, der nicht hinter ihm her ist - mal abgesehen von seinem Faktotum. Ob es daran liegt, daß es niemanden gibt, den er noch nicht übers Ohr gehauen, verraten oder sonstwie im Rahmen seiner "Geschäfte" geopfert hat? Nicht unwahrscheinlich. Die Geschichte ist wie schon gesagt, eher Nebensache und die Flucht geht zwar nicht in achtzig Tagen rund um den Globus, aber ein paar Länder außerhalb Großbritanniens werden schon durchreist. Und es gibt auch in der Pro-Forma-Handlung die eine oder andere unerwartete Wendung - manchmal allerdings ist die Handlung schlicht und einfach unlogisch. Aber was das Buch eigentlich lesenswert macht, sind die übertriebenen Szenen, wenn er beispielsweise in seinem Haus überfallen werden soll oder die skurilen Einfälle, nicht nur, aber auch bei der Sicherung seines Heimes, die aus Laurel&Hardy- oder Peter Sellers-Filmen stammen könnten und jeden ernsthaften Krimi durch den Kakao ziehen (oder heißt es jetzt auch im Deutschen schon endgültig durch die heiße Schokolade?). Am Ende des Buches gibt es sogar so etwas wie einen Count- oder Showdown. Naja, auf Mortdecai-Art eben. Daneben ist seine schärfste Waffe seine spitze Zunge, die zu allem und jedem eine entsprechende Bemerkung einfließen läßt. Was uns betrifft, wir waren über dieses Buch very amused und werden den ebenso überheblichen wie übergewichtigen, very britishen, leicht zu unterschätzenden skrupellosen Antiqutätengauner gerne auf seinem nächsten Abenteuer begleiten, auch wenn wir mal wieder mehr als ein Jahr darauf warten müssen. Dieses erste Abenteuer ist für uns auf jeden Fall aber schon mal ein Tip. Ein Krimi, Jim, but not as we know it ... |